Jeder Betrieb, der heute über fehlende Gesellen klagt, hätte vor ein paar Jahren ausbilden können. Das klingt hart, trifft aber den Kern: Die Fachkräfte von morgen sind die Auszubildenden von heute. Und um die konkurrieren Handwerksbetriebe nicht nur untereinander, sondern mit Industrie, Handel und Hochschulen.
Sichtbar werden, bevor jemand sucht
Die meisten Jugendlichen entscheiden sich nicht für eine Stellenanzeige, sondern für einen Betrieb, den sie kennen. Praktika, Kontakte zu Schulen, ein Tag der offenen Werkstatt oder kurze Einblicke in den Arbeitsalltag in den sozialen Medien schaffen genau diese Bekanntheit. Wichtig ist dabei Ehrlichkeit: Zeig den echten Alltag, nicht nur die schönen Seiten.
Schnell und verbindlich reagieren
Eine Bewerbung, auf die erst nach drei Wochen eine Antwort kommt, ist oft schon vergeben. Wer innerhalb weniger Tage ein Gespräch oder einen Probetag anbietet, hat einen echten Vorsprung. Und wer nach dem Probetag eine klare Zusage macht, statt „wir melden uns“ zu sagen, gewinnt Vertrauen.
Die ersten Wochen entscheiden
Viele Ausbildungsverhältnisse scheitern nicht an der Prüfung, sondern an den ersten Wochen. Ein fester Ansprechpartner im Betrieb, ein Plan für die ersten Tage und regelmäßige kurze Gespräche geben Sicherheit. Junge Leute wollen wissen, was von ihnen erwartet wird – und dass jemand merkt, wenn sie etwas gut gemacht haben.
Wer Auszubildende als billige Hilfskraft behandelt, bildet für die Konkurrenz aus.
Wohnen und Mobilität mitdenken
Gerade im ländlichen Raum scheitert eine Ausbildung manchmal an ganz praktischen Dingen: Wie komme ich morgens um sieben zur Baustelle? Wo wohne ich, wenn ich für die Ausbildung in eine neue Stadt ziehe? Betriebe, die hier helfen – etwa bei der Wohnungssuche oder mit Fahrgemeinschaften –, erweitern ihren Bewerberkreis deutlich.
Genau aus diesem Grund baut die Jürgen Hohnen Verwaltungs GmbH in Heinsberg-Oberbruch das erste Azubi-Wohnheim im Kreis Heinsberg: möblierte Apartments mit Internet und Nebenkosten zu einem festen Monatspreis – damit Ausbildung nicht an der Wohnung scheitert.
Perspektive nach der Prüfung
Wer seine Azubis halten will, sollte früh über die Zeit nach der Prüfung sprechen: Übernahme, Weiterbildung, Verantwortung, vielleicht der Meister. Junge Fachkräfte bleiben dort, wo sie eine Zukunft sehen. Wie du diese Perspektive im Betrieb verankerst, ist eines der zentralen Themen in „Die Fachkräftelüge im Handwerk“.
„Die Fachkräftelüge im Handwerk“ von Jürgen Hohnen – Schluss mit faulen Kompromissen beim Personal: Wie du Mitarbeiter findest und bindest, auf die du dich verlassen kannst.