Azubi-Wohnen

Die erste eigene Wohnung als Azubi: Kosten, Förderung und Tipps

3D-Planung eines möblierten Micro-Apartments für Auszubildende

Der Ausbildungsvertrag ist unterschrieben, der Start rückt näher – und plötzlich stellt sich eine ganz praktische Frage: Wo wohnst du eigentlich? Gerade wenn der Ausbildungsbetrieb weiter weg liegt oder du einfach selbstständig werden willst, ist die erste eigene Wohnung ein großer Schritt. Mit etwas Planung ist er gut machbar.

Was darf die Wohnung kosten?

Eine alte Faustregel besagt, dass die Warmmiete nicht mehr als etwa ein Drittel des Nettoeinkommens ausmachen sollte. Mit einer Ausbildungsvergütung ist das auf dem freien Wohnungsmarkt oft kaum zu schaffen. Deshalb lohnt es sich, die Gesamtkosten genau anzuschauen – und Unterstützungsmöglichkeiten zu kennen.

Denk dabei nicht nur an die Miete. Strom, Internet, Hausratversicherung, Rundfunkbeitrag, Möbel und Küchenausstattung kommen schnell dazu. Ein Angebot, in dem diese Posten bereits enthalten sind, schützt vor bösen Überraschungen.

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Die wichtigste Unterstützung für Azubis ist die Berufsausbildungsbeihilfe der Agentur für Arbeit. Sie kann dir zustehen, wenn du eine betriebliche Ausbildung machst und nicht bei deinen Eltern wohnen kannst – zum Beispiel, weil der Ausbildungsbetrieb von dort aus nicht in angemessener Zeit erreichbar ist. Unabhängig von der Entfernung kommt BAB in der Regel auch in Frage, wenn du mindestens 18 Jahre alt, verheiratet oder in einer Lebenspartnerschaft bist oder ein Kind hast.

Wie hoch die BAB ausfällt, hängt von deinem Bedarf, deiner Ausbildungsvergütung und dem Einkommen deiner Eltern ab. Am besten stellst du den Antrag frühzeitig – idealerweise schon, bevor die Ausbildung beginnt –, denn die Leistung wird in der Regel nicht rückwirkend vor dem Antragsmonat gezahlt.

Und Wohngeld?

Wer dem Grunde nach Anspruch auf BAB hat, ist meist vom Wohngeld ausgeschlossen. Es gibt aber Ausnahmen. Ob in deinem Fall Wohngeld möglich ist, klärt die Wohngeldstelle der Stadt.

Weitere Hilfen

  • Kindergeld: Während einer ersten Ausbildung wird das Kindergeld in der Regel weiter an deine Eltern gezahlt – bis maximal zum 25. Geburtstag. Sprich mit ihnen darüber, ob es in deine Wohnkosten fließen kann.
  • Unterstützung durch den Betrieb: Immer mehr Ausbildungsbetriebe helfen bei der Wohnungssuche oder beteiligen sich an den Kosten. Fragen kostet nichts.
  • Geförderter Wohnraum: Speziell für Auszubildende gebaute, öffentlich geförderte Wohnheime bieten deutlich günstigere Mieten als der freie Markt.

Warum ein Azubi-Wohnheim eine gute Wahl ist

Azubi-Wohnheime sind in Deutschland noch selten, gewinnen aber an Bedeutung. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Apartments sind auf das Leben in der Ausbildung zugeschnitten, meist möbliert, und die Kosten sind fair und kalkulierbar. Dazu kommt die Gemeinschaft mit anderen, die in derselben Lebensphase sind.

Im Azubi-Wohnheim Oberbruch, das bis Ende 2027 in Heinsberg entsteht, zahlst du zum Beispiel 450 € im Monat – und darin sind Kaltmiete, Einbaumöbel, Internet, Heizung, Strom und Betriebskosten bereits enthalten. Wer es noch einfacher möchte, bucht für 50 € das Rundum-sorglos-Paket mit kompletter Küchenausstattung, TV und Schreibtisch.

Diese Unterlagen solltest du bereithalten

  • Kopie deines Ausbildungsvertrags,
  • Nachweis über deine Ausbildungsvergütung,
  • gegebenenfalls den Bescheid über Berufsausbildungsbeihilfe oder den Antrag darauf,
  • wenn du noch nicht volljährig bist: die Zustimmung deiner Erziehungsberechtigten,
  • eventuell eine Bürgschaft der Eltern, falls der Vermieter das wünscht.

Checkliste für den Einzug

  1. Wohnsitz innerhalb von zwei Wochen beim Bürgerbüro anmelden.
  2. Hausratversicherung abschließen (manchmal bist du noch über die Eltern mitversichert – nachfragen!).
  3. Beim Rundfunkbeitrag anmelden; Azubis, die BAB beziehen, können sich unter Umständen befreien lassen.
  4. Bei der Wohnungsübergabe Zählerstände und Zustand im Protokoll festhalten.

Du hast Fragen zum Azubi-Wohnheim oder möchtest dich vormerken lassen? Schreib uns einfach über das Formular auf der Objektseite – wir melden uns persönlich bei dir.

Passende Mietobjekte

Azubi-Wohnheim Oberbruch – Heinsberg-Oberbruch, Gesamtmiete ab 450 €